Ehingens Sieg besiegelt Essens Abstieg
Wohnbau Baskets müssen den bitteren Weg in die 2. Basketball-Bundesliga ProB

Das große Finale wird es nicht geben. Die ETB Wohnbau Baskets Essen haben ihr Gastspiel bei den Niners Chemnitz am Samstag mit 76:88 (39:40) verloren. Und weil das Team Ehingen Urpsring am Sonntag sein Heimspiel gegen die Kirchheim Knights mit 93:91 (41:48) gewonnen hat, stehen die Essener als zweiter sportlicher Absteiger nach den Dresden Titans fest. Eine Chance, die Konkurrenz einzuholen haben die Wohnbau Baskets nicht mehr. Sie hätten einmal mehr gewinnen müssen als die Urspringschüler. Und das ist bei nur noch einer ausstehenden Partie nicht mehr möglich.

In Chemnitz agierten die Essener vor allem in der ersten Halbzeit auf Augenhöhe. Im zweiten Durchgang setzten sich die Niners jedoch vorentscheidend ab. Chemnitz gewann das dritte Viertel mit 36:17 – und lastete den Wohnbau Baskets eine Hypothek auf, die zu hoch sein sollte. Zwar kämpften die Essener verbissen bis zum Schluss, den Rückstand konnten sie jedoch nicht entscheidend verkürzen. „Wir hatten offensiv den Druck, liefern zu müssen. Gegen so ein starkes Team wie Chemnitz ist es schwierig, diesem Druck über 40 Minuten standzuhalten“, sagte Essens Trainer Igor Krizanovic nach dem Spiel.

Verloren wurde das Spiel, nicht ausschließlich, aber auch, an der Freiwurflinie. Nur zwölf von 22 zugesprochenen Freiwürfen landeten im Chemnitzer Korb. Die Teamquote von 55 Prozent: unterirdisch. „Wenn man zehn Versuche liegen lässt, tut das weh“, so Krizanovic. Trotzdem war nach der Niederlage in Karl-Marx-Stadt noch Hoffnung da, die Klasse doch noch zu halten. Erste bange Blicke gingen jedoch nach Ehingen. Ehingen hätte das Heimspiel gegen Kirchheim nicht gewinnen dürfen, dann wäre es am letzten Spieltag der Saison zum Fernduell-Finale zwischen Ehingen und Essen gekommen.

Doch das Daumendrücken der Essener blieb unbelohnt. Kirchheim setzte sich zwar Mitte des dritten Viertels auf 67:50 (27.) ab, konnten diesen Vorsprung jedoch nicht verteidigen. Bis zum Ende des Viertels verkürzte Ehingen auf 66:70. Im Schlussabschnitt hatten die Urspringschüler zwischendurch acht Zähler Vorsprung. Entschieden wurde die Partie jedoch erst Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene. Devon Moore erzielte den entscheidenden Treffer zum 93:91-Erfolg der Ehinger. „Bei der 17-Punkte-Führung für Kirchheim dachte ich eigentlich, dass das Spiel gelaufen ist“, so Krizanovic.  

Für Chemnitz bedeutet der Erfolg der Ehinger zudem, dass die Niners die Regular Season als Tabellendritter beschließen werden. Kirchheim kann die Sachsen nicht mehr abfangen. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit deutlich gesteigert und sehr guten Teambasketball gezeigt, was sich vor allem in der Punkteverteilung und den vielen Assists widerspiegelt“, sagte Niners-Guard Chris Carter nach dem Spiel. Er selbst hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg der Sachsen. Er erzielte 15 Punkte und verteilte 14 Assists.

Es ist nicht die Niederlage in Chemnitz, die am Ende Ausschlaggebend ist für den Abstieg. Auch nicht der Ehinger Sieg gegen Kirchheim. Das Fernduell war lediglich der letzte Strohhalm, an den sich die Essener geklammert haben. „In der vergangenen Saison waren wir am Ende das glückliche Team, das den Klassenerhalt geschafft hat. Diesmal ist es Ehingen“, so Krizanovic. Der 43-jährige Coach der Wohnbau Baskets hofft, dass seine Schützlinge zum Abschluss gegen die Oettinger Rockets nochmal alles abrufen, was in ihnen steckt – damit die Saison, fernab vom Abstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProB, zumindest noch ein versöhnliches Ende nehmen kann.

Niners Chemnitz – ETB Wohnbau Baskets 88:76 (20:19, 20:20, 36:17, 12:20)
Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets in Chemnitz: Alexander (4), Moore (15/3 Dreier), Tauch, Gebhardt (6), Thompson (5), Volk (2), J. Lodders (8/2), R. Lodders (16), Creek (16/4), Carraway (4).


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