Mini-Rotation, viel Energie, aber keine Überraschung
ETB Wohnbau Baskets verlieren bei den Rostock Seawolves klar mit 80:102

Den Favoriten mitunter geärgert. Und trotzdem ging es am Ende für die ETB Wohnbau Baskets mit leeren Händen zurück nach Essen. Beim Tabellendritten der Nordstaffel der 2. Basketball-Bundesliga ProB, den Rostock Seawolves, zog das Team von Headcoach Philipp Stachula mit 80:102 (16:19, 31:39, 12:23, 21:21) klar den Kürzeren. Die Hauptrunde beenden die Essener somit auf dem zehnten Platz im Norden. Und spielen nun in den Playdowns gegen den SC Rist Wedel, den RSV Eintracht Stahnsdorf und die Cuxhaven Baskets um den Klassenerhalt.

Ausgerechnet Jeffrey Martin, der erst im Winter von Rostock nach Essen gewechselt war, erzielte die ersten Punkte für Essen. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet präsentierten sich trotz der strapaziösen Anfahrt in erstaunlich guter Verfassung. Und als wiederum Jeffrey Martin einen Dreier zum 10:6 (4.) versenkte, schien es, als seien die Essener voll auf Kurs. Im Endspurt des ersten Viertels gelang es den Hausherren jedoch, das Spiel erst auszugleichen und durch Brandon Lockhardt und Dino Butorac (15:12, 8.) zu drehen.

„Das erste Viertel war total in Ordnung“, lobte Stachula nach dem Spiel. Deutlich weniger erfreut war er über den Shootout im zweiten Viertel. Beide Teams stellten ihr offensives Skillset zur Schau. Sehr zur Freude der 3140 Zuschauer in der Rostocker StadtHalle, die das spektakuläre Auf und Ab begeistert begleiteten. Über 24:16 (11.) und 29:19 (13.) setzten sich die Langsam ein wenig ab. Aber: Essen schlug immer wieder zurück, verkürzte den Rückstand ein ums andere Mal und blieb so immer in Schlagdistanz. Zumindest in der ersten Halbzeit.

Mit 13 Zählern Rückstand (47:60) verabschiedeten sich die ETB Wohnbau Baskets zur Halbzeit in die Katakomben der StadtHalle. Und mussten nach der Pause miterleben, wie die Seawolves Nägel mit Köpfen machten. „Im dritten Viertel haben wir unsere Energie nicht mehr so gut aufs Feld bekommen, keine Stopps mehr produziert und offensiv einige unglückliche Entscheidungen getroffen. Rostock hat das geschickt ausgenutzt und sich den entscheidenden Vorteil erspielt“, so Stachula.

Spätestens als Rostocks Darian Cardenas Ruda einen Dreier zum 70:47 (24.) durch die Reuse jagte, war die Partie faktisch entschieden. Dass im Gegenzug Kelvin Okundaye seinerseits fünf schnelle Punkte für Essen nachlegte, blieb am Ende nur eine erfreuliche Randnotiz, ist aber stellvertretend ein Beleg für einen weiteren positiven Aspekt aus Essener Sicht.
Selbst als klar war, dass es in Rostock nichts zu holen geben würde, steckten die ETB Wohnbau Baskets nicht auf. Stachulas Schützlinge hielten die Köpfe oben, kämpften bis zur Schlusssirene. Eine Erkenntnis, die Mut macht für die anstehenden Aufgaben in den Playdowns. Diese beginnen, analog zu den Playoffs am zweiten März-Wochenende.

Die Punkte der ETB Wohnbau Baskets bei Rostock Seawolves
Tim van der Velde (2), Yannik Tauch (8/2 Dreier), Jacob Albrecht (5/1), Forrest Robinson (12/4), Nikola Gaurina (7/1), Adam Touray (15), Kelvin Okundaye (5/1), Montrael Scott (6), Jeffrey Martin (20/3).

STIMMEN ZUM SPIEL
Ralf Rehberger, Trainer Rostock Seawolves: „Ich bin unglaublich stolz und sehr zufrieden mit der gezeigten Leistung. Wir waren defensiv nicht ganz so gut, gerade in der ersten Halbzeit. Im dritten Viertel haben wir allerdings gezeigt, was in uns steckt und das Spiel dort schlussendlich auch entschieden. Nach dem dritten Viertel war klar, dass Essen nicht mehr zurückkommt. Wir waren zu dominant an beiden Enden des Feldes. Der Sieg ist auch in der Höhe verdient. Wir haben unser Ziel erreicht, sind nach der Hauptrunde Dritter und haben den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde auf unserer Seite.“

Philipp Stachula, Trainer ETB Wohnbau Baskets: „Die Energie, die wir aufs Feld gebracht haben, war wirklich gut. Das ist ein Schritt in die Richtung gewesen, in die wir gehen wollen. Rostock ist ein starkes, tief besetztes Team. Wir haben es geschafft, den haushohen Favoriten teilweise zu ärgern – und daraus müssen wir unsere Energie für die anstehenden Playdowns ziehen. Wir machen viele, kleine und gute Schritte. Und wären wir in der Saisonvorbereitung, wären wir voll im Plan. Allerdings sind wir nicht in der Vorbereitung, sondern müssen in den kommenden Wochen abliefern. Dass wir jetzt eine kurze Pause haben, in der wir intensiv an unserem neuen Menü arbeiten können, kommt uns sehr entgegen.“


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